Die Orgel

Die Kirche verfügte ursprünglich über eine ausgezeichnet funktionierende Orgel, die 1786 gebaut wurde, jedoch wurde das Gehäuse der Orgel während des Zweiten Weltkrieges durch die sowjetischen Soldaten bedauerlicher Weise verbrannt, und die Orgelpfeifen mitgenommen.

Das Vorhaben, eine Orgel in Zamárdi zu bauen, wurde bei der Einweihung der neuen Glocke am 20. August 2006 durch den Pfarrer, György Kocsi angekündigt. Mit der Planung hat man im Frühjahr 2007 angefangen und schon am 30. Juni 2009 den Preis der Orgel beglichen. Die Herstellungskosten der Orgel beliefen sich auf 26,5 Millionen Forint. Zusätzlich kamen dazu noch die Kosten des Bodenbelags auf der Orgelempore in Höhe von 1 Million Forint. Die Baukosten der Orgel wurden teilweise von den Grundstücksverkäufen gedeckt, teilweise von den Spenden der Gemeinde und Urlaubers finanziert.

2009 hat man den Bau der französischen Barockorgel der Pfarrkirche, die von der Pécser Orgelbaumanufaktur GmbH und von dem weltberühmten französischen Orgelbauer, Herrn Bertrand Cattiaux in Kooperation entworfen und angefertigt wurde, fast bis zum Ende gebracht.

Die Anfertigung der Ersatzteile und die Aufstellung der Orgel wurden ebenfalls anhand der Instruktionen von Herrn Cattiaux durch die Pécser Orgelbaumanufaktur GmbH durchgeführt. Herr Cattiaux hatte unter der Mitwirkung der Pécser Intonateurkollegen die Orgel im August 2009 intoniert. Es waren noch zwei Zungenpfeifenreihen verblieben, die in Pécs bis Juni 2010 angefertigt, von Herrn Cattiaux intoniert und in unsere Orgel eingebaut werden mussten. Die Orgel hat ein spezielles Register, das sogenannte Solocornett, das eine eigene (dritte) Manualklaviatur hat.

Das Gewicht der Orgel beträgt 2340 kg. Die Spiel- und Registertraktur der Schleifladenorgel hat ein rein mechanisches System. Der Gebläsemotor, die zwei Keilbälge befinden sich im Turm hinter der Orgel. Das Orgelgehäuse, der Spielschrank, die Windladen und die Holzpfeifen sind aus Eichenholz hergestellt. Die Oberfläche der Manubrien bei den Manualklaviaturen ist mit Ebenholz überzogen. Die Zinnpfeifen wurden aus einer Zinnlegierung von 10 und 80% gefertigt.

Die Orgel hat insgesamt 1030 Pfeifen, davon sind 37 Prospektpfeifen, 820 innere Zinnpfeifen, 63 Holzpfeifen und 110 Zungenpfeifen. Die Höhe der Stimmung ist 415 Hz/ 18 °C. Der Aufbau der Orgel hat 6500 Arbeitsstunden beansprucht. Sie ist vollständig ein ungarisches Produkt, es wurden, mit Ausnahme des Gebläsemotors, alle Ersatzteile in Pécs hergestellt.

Der Aufbau der Orgel vor Ort ist mit viel Arbeit und Hingabe, sowohl seitens der Beteiligten aus Pécs als auch seitens der Franzosen, Herren Bertrand Cattiaux und Laurent Anen zwischen 10 Juli -22. August 2009 durchgeführt worden.Die Referenzen bei der Orgelbauerfirmen sind im Internet unter den Adressen: d'orgue français peuvent etre trouvées sur le site internet et und zu finden. .

Durch Vermittlung von Herrn Prof. Dr. János Lógó hat Herr Máté Borbás, Generaldirektor der Budapester Firma Pannon Freyssinet GmbH einen überbrückenden Stahldraht, ein Kardeel an die Kirche in Zamárdi geschenkt. An dieser Stelle möchten wir uns recht herzlich bei Herrn Ing. Tamás Woynarovich und bei den Unternehmern Herrn Dr. Győző Drozdy und Herrn Zsolt Sovák für ihre Einbauhilfe bedanken.

Die Einweihung der Orgel hat unter Mitwirkung vom Altbischof von Stuhlweißenburg, Herrn Dr. Nándor Takács am 27. Juni 2010 um 10.00 Uhr stattgefunden.

Am gleichen Tag wurden zwei Eröffnungskonzerte mit Auftritt von Musikprofessoren der Budapester Musikakademie, mit Herren János Pálúr, István Ruppert, László Fassang, und mit dem Organist Péter Kováts veranstaltet. An der Einweihung und an den anschließenden Konzerten haben wir unter den eingeladenen Gästen sowohl die französischen Orgelbauer als auch die ungarische Herstellerfirma begrüßen können.

Unsere Orgel in Zamárdi ist die erste französische Barockorgel nicht nur in Ungarn, sondern auch in Mitteleuropa. Bisher wurden hier nur deutsche Barockorgeln gebaut, die es nicht ermöglichten, französische Orgelwerke originaltreu zurückzugeben. Unsere Orgel ist ausgezeichnet geeignet, sowohl deutsche als auch französische Musik zu spielen.

Das Gewölbe der Kirche wurde wegen der vor dem zweiten Weltkrieg durch verschiedene Erdbeben entstandenen Risse mit einer Eisenstange befestigt. Jedoch störte diese Verbindungsstange den Anblick der Orgel sehr.

"Die Verwirklichung der Orgel ist der Liebe zur Orgelmusik von György Kocsi, seiner Entscheidung, eine Orgel zu bauen und seiner aufopfernder Arbeit, auch die entsprechende Finanzierung des Orgelbaus sicherzustellen, zu verdanken. Es ist vielleicht nicht allzu übertrieben zu sagen, daß die Orgel in Zamárdi ein neues Zeitalter bei der Orgelmusikkultur, in der Kirchenmusik, beim klassischen Musikunterricht und im Konzertleben des Landes eröffnen wird." - Herrn Prof. János Pálúr zitierend.

Diese Orgel bedeutet einen Meilenstein im Leben der Orgelmusik in Ungarn. Sie ist das erste im französischen Barockstil gebaute Musikinstrument in unserer Heimat, auf der man sehr authentisch die charakteristische, jedoch einzigartige Klangwelt beanspruchende Epoche der französischen Orgelmusikliteratur erklingen lassen kann.

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